SV Aufbau Altenburg – Post SV Gera 27:26 (18:11)

Manchmal zählt nicht die Frage nach dem „Wie“, sondern vor allem im Sport oftmals einfach nur jene nach dem „Ob“. Denn während die Aufbau-Herren am vergangenen Samstag mit einer guten Mannschaftsleistung den Grundstein für ihren zweiten Saisonsieg legten, wurde die Partie trotz einer souveränen Halbzeitführung am Ende zum Nervenkrimi. Am Ende zählt aber nicht in erster Linie, wie sich die Mannschaft präsentierte, sondern dass zwei weitere Pluspunkte auf der Habenseite der Skatstädter gelandet sind.

 

Der Auftakt ins Spiel verlief auf Augenhöhe. Nachdem sich beide Mannschaften abgetastet hatten, übernahm die Aufbau-Sieben das Zepter. Schritt für Schritt drückte das Team von Kapitän David Kießhauer dem Spiel seinen Stempel auf und baut die eigene Führung kontinuierlich aus. Aus dem 4:4 wurde ein 10:8, ehe sich die Equipe von Cheftrainer Patrick Schatz erstmals deutlicher absetzen konnte (13:8, 20. Minute). Der nächste Zwischenspurt ließ dann nicht lange auf sich warten, sodass die Gastgeber weiter davonzogen und sich bis zur Halbzeit einen deutlichen 18:11-Vorsprung erspielten.

 

Alles deutete darauf hin, dass das Spiel bereits entschieden war. Doch diese Rechnung hatten die Skatstädter offenbar ohne das Gästeteam gemacht. Denn die Mannschaft aus Gera steckte keineswegs auf, sondern agierte in den zweiten 30 Minuten mit neuem Abwehrsystem, eroberte sich so zahlreiche Bälle und steigerte sich auch im Angriffsgeschehen deutlich. Die Altenburger hingegen fanden immer schwieriger den Durchbruch in der Gästeabwehr, vergaben die erspielten Chancen teilweise kläglich und brachten sich damit selbst in die Bredouille. Gera hingegen ackerte mit unglaublichem Kampfeswillen und glich 8 Minuten vor Ultimo zum 23:23 aus. Angetrieben vom eigenen Publikum nahm die Aufbau-Sieben den Kampf jedoch an und steckte trotz der enormen Durststrecke den Kopf nicht in den Sand. Der eingewechselte Kießhauer setzt mit 2,3 gehaltenen Bällen im Tor jetzt die Akzente und pushte seine Vorderleute. Und plötzlich waren die Altenburger wieder wach! Als eine Minute vor Schluss wieder die eigene Führung zum 27:26 hergestellt war, als Lucas Walzel den Konter sicher verwandelte, standen in der Sporthalle Süd-Ost bereits alle Kopf.

 

 

Die letzte Spielminute war dann an Spannung kaum zu überbieten. Gera erarbeitete sich einen weiteren Freiwurf, scheiterte beim Torwurf aber etwas unglücklich am Pfosten. Danach war Aufbau erneut im Ballbesitz, Coach Schatz zog kurzerhand seine letzte Auszeit und fokussierte seine Schützlinge, höchst konzentriert in die letzten Sekunden des Spiels zu gehen. Dies gelang seinen Mannen dank eines sicheren Zuspiels und dem anschließenden langen Wurf in die gegnerische Hälfte. Abpfiff. Ein Tor plus. Es war geschafft! Was danach folgte war nur noch tosender Jubel. Die „Hölle Süd-Ost“ hatte wieder geliefert – bekannt für die aufregendsten Spiele, Wohlfühlatmosphäre und Tradition hatte das „heilige Parkett“ sinnbildlich wieder zu zwei Pluspunkten beigetragen.

 

„Gott sei Dank. Mit einem blauen Auge haben wir uns das Ding noch geholt“, fasste es David Kießhauer zusammen. Zugleich stellte er aber in Aussicht, dass diese Leistung gegen den ThSV Eisenach II in der Folgewoche nicht ausreichen werde. „Da muss die gute Leistung endlich mal komplett über 60 Minuten gebracht werden“, forderte er weiter.

 

Der SV Aufbau Altenburg spielte mit: Schwarzenberg, Schmidt, Kießhauer (alle im Tor), Walzel (1 Tor), Krause, Vogeler (3), Engelhardt (3), Bauch (1), Bettels (1/1), Unger, Kühn, Borngräber (6), Kirmse (5), Schäfer (5/4) und Matuszka (2)

 

Annekathrin Leipnitz